Dr. phil. Andrea Gillert
Während ich diese Zeilen schreibe, klingen aus dem Hintergrund die Töne der Johannes-Passion von J.S. Bach an mein Ohr. Mögen deren Teste – aufgrund ihres patriarchalischen Erbes – auch nicht immer nach meinem Geschmack sein: Bachs Musik ist für mich ein wahres Lebenselixier! Hier und heute inspiriert sie mich zu den folgenden Ausführungen.
Unabhängig davon, ob wir
sind: Der Mythos von Tod und Auferstehung hat in meinen Augen für die gesamte Menschheit wegweisende Bedeutung. Zu dieser Aussage komme ich, indem ich eine tiefenpsycholgisch-archetypische Sichtweise einnehme. Archetypen sind weder positiv noch negativ und ihrem Wesen nach von zeitloser Präsenz. Als solche erweisen sie sich dynamisch-prozesshafter Natur.
Aus dieser Perspektive betrachtet, verbirgt sich hinter dem Symbol der Auferstehung für mich ein kostbarer Fingerzeig. In meinen Augen will dieser uns den Beginn eines möglichen Weges in unser wahres menschliches Potenzial weisen. Wer ihn geht, kann weit über seine bisherige Erfahrung menschlichen Seins hinausgelangen.
Wenn Du mich fragst, tragen wir alle jenen göttlichen Funken in uns, der aus dem vorösterlichen Jesus den Avatar und Vorbildmenschen Christus werden ließ. Ostern möchte in unseren Seelen stattfinden. Jeder Mensch verfügt über das unermessliche Potenzial, es Jesus gleichzutun. Es braucht dafür allerdings unsere Zustimmung. Indem wir als gewöhnlicher Mensch bereit sind, uns ab sofort vom Wesenskern unserer Seele lenken zu lassen, öffnen wir die Tür zur Verbindung Mensch – Mutter-Vater-Göttin – Kosmos.
Als Kinder der Gottheit sind wir in meinen Augen dazu aufgerufen, unser inneres Paradies zu aktivieren. Dieses lässt sich nicht einfach nur entdecken! Es benötigt hierfür unsere Bereitschaft, einen wertneutraleren Zugang zur Polarität zu gewinnen, um auf dieser Basis die Vereinigung von Himmel und Erde in unserem Innern zu ermöglichen.
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass der Weg dorthin nicht einfach in drei Worten erklärt werden kann. In meinen Büchern findest Du mögliche Antworten darauf. Vor allem der demnächst erscheinende zweite Band meines Essays "Wahre Menschen sind einfach göttlich" widmet sich ausführlich den Voraussetzungen dafür.
Durch die Ausbalancierung und Versöhnung der Polaritäten in uns selbst, gewinnen wir nach und nach unsere Vollständigkeit zurück. Bisher ist es so, dass wir vieles von uns abgespalten haben, weil wir es für schlecht, böse oder unziemlich erachten. Doch wie sollen wir jemals andere Menschen wirklich lieben, wenn wir uns diese Liebe nicht einmal selbst entgegenbringen können?
Wir werden uns erst dann als gütig, friedlich, liebevoll und empathisch zeigen können, wenn wir uns selbst gegenüber ohne Bewertung sind. Sobald wir uns mit gebührender Selbstwertschätzung betrachten und nicht länger unseren anderslautenden Mindsets aufsitzen, kann sich das Blatt zugunsten unserer Mitmenschen und allem anderen Leben auf der Erde wenden.
Eine gesegnete Osterzeit
wünscht dir von Herzen
© Andrea Gillert 2025